Pforzheim erste deutsche Großstadt mit freiem WLAN

Die Ziele waren hochgesteckt – und bis vor wenigen Wochen war noch gar nicht sicher, ob es überhaupt klappen würde. Doch jetzt steht fest: Die erste deutsche Großstadt, die in der City, in einigen Randbereichen der Stadt sowie in verschiedenen Räumlichkeiten über ein freies Highspeed-WLAN-Angebot verfügen wird, heißt Pforzheim. Dass ausgerechnet die Goldstadt am Nordrand des Schwarzwalds in punkto freies Wi-Fi die Nummer 1 ist, hat sie letztlich neun hier ansässigen Firmen zu verdanken, die sich im Jahr 2011 zur Medien-/IT-Initiative Pforzheim zusammengeschlossen haben. Die Initiative versteht sich als ein Verbund mittelständischer „Hidden Champions“, die in ihrem Fach zur Weltspitze zählen und sich dabei klar zur Region bekennen. „Pforzheim ist ein hoch attraktiver Standort für Unternehmen aus den Bereichen Informationstechnologie und Medien“, sagt Eugen Müller, einer der Initiatoren des Projekts. „Das freie WLAN soll auch symbolisch zeigen, welches Potenzial in der Stadt steckt.“ Vor allem, so Müller, gehe es darum, Pforzheim attraktiver zu machen und Fachkräfte zu gewinnen beziehungsweise in der Stadt zu halten. Auch in anderen deutschen Städten laufen Vorhaben in Richtung freies WLAN. Die Besonderheit an PF-WLAN erläutert Omikron-Firmenchef Carsten Kraus:

„Das ist ein Non-Profit-Projekt, wir verbinden kein wirtschaftliches Ziel damit – allenfalls das, mit PF-WLAN für Pforzheim zu werben und so in den Standort und seine Attraktivität zu investieren. Unser Prestige-Projekt zahlt sich immer dann aus, wenn Pforzheim damit als eine der zukunftsträchtigsten deutschen IT-Regionen wahrgenommen wird, die viele spannende Herausforderungen zu bieten hat.“ Finanziert wird das Projekt aus verschiedenen Töpfen: Die Erstinvestition des Netzes haben die Gründungsmitglieder selbst gestemmt. Großzügige Unterstützung kommt von der Sparkasse Pforzheim Calw und der Stadt Pforzheim. Die laufenden Betriebskosten werden von Wirtschaftsunternehmen der Stadt und dem Enzkreis für drei Jahre gestellt. Auch die IHK Nordschwarzwald und das Landratsamt Enzkreis beteiligen sich an den Kosten des Projekts. Die Nutzung von PF-WLAN ist ganz einfach und erfordert lediglich eine einmalige Registrierung, die direkt vor Ort vorgenommen werden kann: Im ersten Schritt muss das mobile Endgerät mit PF-WLAN verbunden werden. Die Anmeldung kann aber auch vom heimischen PC aus erfolgen. Im zweiten Schritt erfolgt die Registrierung über die E-Mail-Adresse und die Mobilnummer. Im dritten und letzten Schritt wird dem Nutzer der Zugangscode via SMS zugesandt, mit dem er ab sofort über PF-WLAN online gehen kann.

300 MB Highspeed-WLAN stehen jedem Registrierten monatlich kostenlos zur Verfügung; ist dieses Kontingent aufgebraucht, wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Intensivnutzer können günstige Monatstarife abschließen. Für Firmen besteht außerdem die Möglichkeiten, ihren Beschäftigten ein höheres monatliches Highspeed-Abrufvolumen zur Verfügung zu stellen und innerhalb des Betriebsgeländes PF-WLAN für Mitarbeiter und Gäste anzubieten – ganz ohne Betreiberhaftungsrisiken. Besonders einmalig ist das skalierbare Konzept der Pforzheimer. Zum Start funktioniert PF-WLAN in der City. Die Technik ist so ausgelegt, dass mit geringem Aufwand eine unbegrenzte Zahl von Anbietern hinzukommen kann. Dies können Gaststätten, Friseure oder Cafés, aber auch Arztpraxen, Krankenhäuser oder Verkehrsbetriebe sein. Wer mitmachen möchte, braucht lediglich eine geeignete Internet-Anbindung und muss preiswerte Accesspoints für PF-WLAN installieren – und schon gibt es den begehrten Aufkleber „Hier funktioniert PF-WLAN“. Der Nutzen für den Internet-User ist beträchtlich: Einmal registriert – überall online sein. „Pforzheim ist damit in der Bundesrepublik ein Vorreiter ins Sachen freies WLAN“, betont Carsten Kraus und fügt hinzu: „Wir würden uns freuen, wenn unser WLAN-Projekt Schule macht und andere Städte und Gemeinden unserem Beispiel folgen.“

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