Landesregierung wirbt für deutschen Pass

Mehr Migrantinnenen und Migranten sollen künftig deutsche Staatsbürger werden Mit ihrer Einbürgerungskampagne will die Landesregierung Migranten davon überzeugen, einen deutschen Pass zu beantragen. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen sieben Botschafterinnen und Botschafter, die eine eigene Einbürgerungsgeschichte erzählen.

„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen des Staatsangehörigkeitsrechts Einbürgerungshürden abgebaut“, sagte Integrationsministerin Bilkay Öney beim Start der Kampagne. Diese Liberalisierung zeigt Wirkung: Im Jahr 2012 haben sich rund 16.400 Menschen in Baden-Württemberg einbürgern lassen. Mit einem Plus von 15 Prozent ist das der stärkste prozentuale Zuwachs unter allen Bundesländern. „Diesen Schwung wollen wir mitnehmen und noch mehr Menschen für die deutsche Staatsangehörigkeit gewinnen“, sagte die Ministerin. Denn trotz der Zuwächse liegt die baden-württembergische Einbürgerungsquote – die Zahl der Einbürgerungen bezogen auf die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer – lediglich bei 1,4 Prozent.

Dabei hat der deutsche Pass viele Vorteile – sowohl für die Zuwanderer als auch für die Deutschen. Die Migranten erlangen mit der Einbürgerung gleiche Rechte und Pflichten. Sie müssen sich zum Beispiel nicht mehr mit den Tücken des Ausländerrechts befassen. Sie können wählen und gewählt werden. Öney: „Von der Einbürgerung gehen starke Integrationsimpulse aus. Eingebürgerte erreichen höhere Bildungsabschlüsse, sind erfolgreicher auf dem Arbeitsmarkt und erzielen höhere Einkommen. All das ist im Interesse von Staat und Gesellschaft.“
Gesichter und Stimmen der Kampagne

Im Zentrum der Kampagne stehen Botschafterinnen und Botschafter, die eine eigene Einbürgerungsgeschichte erzählen können. Ziel ist es, möglichst viele Menschen für das Thema Einbürgerung zu sensibilisieren. Deshalb stammen die Botschafterinnen und Botschafter aus unterschiedlichen Lebensbereichen. Doch eines eint sie alle: Sie sind mit dem Südwesten verbunden.

Insgesamt sieben Frauen und Männer leihen der Kampagne Gesicht und Stimme: der Rapper Afrob, die Polizistin Suzana Grzincic aus Mannheim, Saliou Gueye, Leiter der Koordinierungsstelle Ulm: Internationale Stadt, der an der Universität Stuttgart promovierende Stadtplaner Luigi Pantisano, Nejdet Niflioğlu, der den Daimler Türk-Treff leitet, Anneta Politi, Moderatorin der SWR3-Morningshow, und die deutsche Weltmeisterin im Junior Fliegengewicht, Boxprofi Asiye Özlem Şahin. „Ich bedanke mich herzlich bei unseren Botschafterinnen und Botschaftern. Sie lassen uns an ihrem persönlichen Werdegang teilhaben. Das ist nicht selbstverständlich“, so die Ministerin.

Zur Präsentation der Einbürgerungskampagne waren auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer des im vergangenen Jahr ausgelobten Ideenwettbewerbs nach Stuttgart gekommen. Vor knapp einem Jahr hatten sich rund 80 Personen mit etwa 150 Einsendungen an dem Wettbewerb des Integrationsministeriums beteiligt und damit das Thema Einbürgerung weit in die Öffentlichkeit hineingetragen. Die Kreativität und Ideen der Menschen flossen in die Einbürgerungskampagne ein, sei es in Form des diesjährigen Ministeriumskalenders, auf der Internetseite der Kampagne oder in die Motive der Kampagne.

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