Bürger in Baden-Württemberg unterstützen mehrheitlich den Ausbau der Windkraft

Stuttgart. Mit der Präsentation der Forsa-Umfrage „Stimmungsbild on-shore Windkraft in Baden-Württemberg“ durch forsa. Sozial-, Politik-, Medien- und Meinungsforschung sowie EnBW Energie Baden-Württemberg hat sich der Ausschuss für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in seiner Sitzung am Donnerstag, 1. Juni 2017, befasst. Wie die Vorsitzende des Gremiums, die SPD-Abgeordnete Gabi Rolland, mitteilte, komme die Studie zu dem Ergebnis, dass der Mehrzahl der befragten Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg (79 Prozent) die Nutzung und der Ausbau der Windkraft im Land wichtig seien.

„Rund vier Fünftel der Baden-Württemberger stehen der Nutzung und dem Ausbau von Windkraft positiv gegenüber“, berichtete Gabi Rolland. Vor allem den unter 30-Jährigen (88 Prozent) liege die Windkraft am Herzen. Das positive Stimmungsbild sei nicht unbedingt zu erwarten gewesen, so die Ausschussvorsitzende. Die deutliche Mehrheit von Bürgern mit einer Windkraftanlage in der Nähe sei mit den Anlagen vor Ort einverstanden. Lediglich jeder fünfte Befragte habe eine eher ablehnende Haltung, vor allem aus optischen Gründen (Zerstörung des Landschaftsbildes). Jeder zweite Befragte sehe grundsätzlich eher Vorteile oder gar keine Auswirkungen für die Menschen in den betroffenen Regionen. Vier von zehn Bürgern befürchteten eher Nachteile.

Wie die Vorsitzende darlegte, äußerten Bürger, in deren Nähe sich keine Windkraftanlagen befänden, weniger große bzw. gar keine Bedenken gegen einen möglichen Ausbau der Windkraft in ihrer Region. Hier sei im Ausschuss angemerkt worden, dass die Postleitzahlengebiete teilweise sehr groß gewesen seien, so Rolland. Dort, wo sich jedoch Anlagen in Planung befänden, zeigten sich tendenziell größere Bedenken bei den Befragten. Weniger große bzw. keine Bedenken würden geäußert, weil die Windkraftnutzung in Summe mehr Vor- als Nachteile mit sich brächte und der Ausbau als notwendige Konsequenz des Atomausstiegs bzw. als Alternative zum Atomstrom gesehen würde. „Bedenken gegen einen möglich Ausbau vor Ort werden vor allem durch die etwaige Lärmemission und die ‚Verschandelung‘ der Landschaft hervorgerufen“, so Gabi Rolland.

In der Informationspflicht stünden aus Sicht der Bürger vor allem die Politik und die Energieversorger. „Die Verantwortung der Politik hat großes Gewicht. Egal, um welche Energie es geht, wir müssen an unserer Verantwortung arbeiten und sie auch wahrnehmen“, betonte die Vorsitzende. Eine frühzeitige Bürgerbeteiligung sowie Vergünstigungen beim Strompreis stellten besonders akzeptanzfördernde Maßnahmen dar.

Im Auftrag der EnBW hatte das Meinungsforschungsinstitut forsa diese repräsentative Befragung durchgeführt. Telefonisch befragt worden seien insgesamt 500 zufällig ausgewählte Bürger von Baden-Württemberg ab 18 Jahren. Der detaillierte Ergebnisbericht sei unter http://www.enbw.com/onshore-befragung abrufbar.

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