121-Millionen-Betrug: Weitere Verhaftungen

EN Storage GmbH Anlagebetrug: Ermittlungen führen zu weiteren Verhaftungen

Das Verfahren richtete sich zunächst gegen drei Täter.
Diese verursachten in den Jahren 2011 bis 2017 mit einem Schneeballsystem einen
Schaden von über 121 Millionen Euro. Die Betrüger bewegten Anlegerinnen und
Anleger dazu, in den Aufbau und Betrieb digitaler Speicher zu investieren. Den
eingeworbenen Geldern sollten angeblich knapp 80 Millionen Euro an Firmenwerten
der EN Storage GmbH gegenüberstehen, tatsächlich waren es jedoch höchstens zwei
Millionen. Die Täter verbrauchten die Gelder größtenteils mit dem laufenden
Geschäftsbetrieb und mit den Zinszahlungen an die Anlegerinnen und Anleger. Sie
fingierten die Anschaffung und Vermietung von Speicher-Systemen über mehrere
international ausgerichtete Zahlungs- und Rechnungskarusselle. Hierbei nutzten
sie Scheinfirmen und setzten auf Mittäter, die ihnen beim Verschieben der
Anlegergelder halfen.

Im August 2018 verurteilt das Landgericht Stuttgart einen der Haupttäter zu
einer fast achtjährigen Freiheitsstrafe. Im Jahr 2019 verstirbt der zweite
Haupttäter in der Untersuchungshaft und ein Mittäter erhält eine
Bewährungsstrafe. Bei zwei weiteren Beschuldigten klicken nach aufwendigen und
akribischen Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen bereits im Sommer 2019 die
Handschellen. Sie sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Im März 2020 wird beim
Landgericht Stuttgart Anklage erhoben. Der Prozess gegen einen der Angeklagten
beginnt im Mai 2020.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt ermitteln weiter und
nehmen zwei weitere Beteiligte in den Fokus. Auch diese hatten vermeintlich
Zahlungs- und Rechnungskarusselle über mehrere Millionen Euro im Zusammenwirken
mit dem verurteilten Haupttäter betrieben. Im April 2020 erwirkt die
Staatsanwaltschaft Stuttgart Haftbefehle gegen diese zwei Personen.

Der 22. April 2020: Kräfte des Landeskriminalamtes nehmen einen der beiden
Beschuldigten fest. Einen Tag später verhaftet sie auch den anderen. Beide
werden dem Haftrichter vorgeführt, welcher gestern die Untersuchungshaft
anordnete.

Die in Untersuchungshaft befindlichen Beschuldigten könnten mit empfindlichen
Haftstrafen zu rechnen haben.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Bislang sind sechs Haftbefehle vollzogen.
„Wer meint sich mit internationalen Verschleierungstaktiken der Strafverfolgung
entziehen zu können, der irrt. Mit Beharrlichkeit, Fleiß und Akribie werden wir
auch diese Tat klären“, so LKA-Präsident Ralf Michelfelder.

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