Angesichts schwankender Milchpreise: Landwirtschaftsausschuss fordert bessere Krisenabsicherung für Milchviehbetriebe

Stuttgart. Der Ausschuss für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz fordert bessere und dauerhafte Maßnahmen zur Krisenabsicherung von Milchviehbetrieben, um diese etwa im Falle von Preisschwankungen schneller und effektiver unterstützen zu können. Das Gremium stimmte in seiner Sitzung am Mittwoch, 25. April 2018, auf Antrag der Fraktionen Grüne und CDU mehrheitlich dafür, dass sich die Landesregierung auf Bundes- und EU-Ebene für diese Forderungen einsetzt. „Die Milchwirtschaft in Baden-Württemberg ist für den Erhalt der Wirtschaftskraft insbesondere im ländlichen Raum von großer Bedeutung. Die jüngste Krise am Milchmarkt hat gezeigt, dass es unerlässlich ist, bessere Instrumente zur Krisenabsicherung zu schaffen“, sagte der Ausschussvorsitzende Martin Hahn (Grüne).

Nach Angaben Hahns wurden auch die Betriebe im Südwesten durch die vergangene Milchkrise hart getroffen. „Es mussten umfangreiche Maßnahmen auf EU-, Bundes- und Landesebene getroffen werden, um den Betrieben in dieser schwierigen Situation die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Das hat deutlich gemacht, dass tragfähigere Lösungen notwendig sind“, so Martin Hahn.

In dem Antrag werden zwei Beschlüsse des Bayerischen Landtags vom 9. November 2017 aufgegriffen. Darin sei vermerkt, angesichts eines unzureichenden Sicherheitsnetzes im Milchmarkt müsse die Marktordnung um dauerhafte Maßnahmen ergänzt werden, die es ermöglichten, rechtzeitig und situationsbedingt auf Krisenfälle zu reagieren, um den Milchmarkt zu stabilisieren. Dazu zählten ein dauerhaftes Krisenmanagement zur Verringerung der erzeugten Milchmenge, welches im Falle des Versagens von Märkten das Angebot der tatsächlichen Nachfrage anpasse sowie die Schaffung eines funktionierenden Frühwarnsystems bei der Marktbeobachtungsstelle der EU-Kommission. So sollen Modelle zur freiwilligen Milchmengenreduzierung gegen Entschädigung geprüft werden. Ebenso solle geprüft werden, ob bei einer anhaltenden, ausgeprägten Krise in Betracht komme, als letztmöglichen Weg eine zeitlich befristete, EU-weite, obligatorische und entschädigungslose Milchmengenreduktion umzusetzen, so der Vorsitzende.

„Die Haltung von Milchkühen spielt nicht zuletzt aufgrund der produzierten Milchmenge und der damit verbundenen Arbeitsplätze eine bedeutende Rolle in der baden-württembergischen Landwirtschaft“, führte Hahn aus. Im Südwesten gab es im Jahr 2017 7.238 milchviehhaltende Betriebe mit insgesamt 343.515 Milchkühen. Davon wirtschafteten rund 741 Betriebe mit insgesamt 32.957 Tieren nach den Kriterien des Ökolandbaus. Im Wirtschaftsjahr 2016/2017 waren rund 19.600 Beschäftigte in den rund 7.200 Milchviehbetrieben tätig. In der Molkereiwirtschaft waren es rund 2.400 Personen.

Dem Vorsitzenden zufolge wurden im Jahr 2017 rund 2,4 Millionen Tonnen Milch in Baden-Württemberg produziert. Davon entfielen 2,2 Millionen Tonnen auf konventionelle Betriebe und rund 0,2 Tonnen auf Ökolandbetriebe. Hinzu kommen 207 Heumilchbetriebe mit rund 9.000 Kühen, die insgesamt 0,06 Millionen Tonnen Milch produzierten, davon 0,028 Millionen Tonnen konventionell und 0,033 Millionen Tonnen ökologisch.

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