Lob im Umweltausschuss für den Fachplan „Landesweiter Biotopverbund“

Stuttgart. Mit Maßnahmen zur Stärkung des landesweiten Biotopverbunds, einem Antrag der Grünen, hat sich der Ausschuss für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in seiner Sitzung am Donnerstag, 22. März 2018, befasst. Das hat der stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, August Schuler (CDU), mitgeteilt. „Der Ausschuss hat sich über den aktuellen Stand bei der Umsetzung der Fachplanung ‚Landesweiter Biotopverbund‘ sowie des Generalwildwegeplans informiert“, so Schuler.

Biotope und Lebensstätten von Tier- und Pflanzenarten müssten in einem engmaschigen Netz miteinander verknüpft sein, um das Artensterben aufzuhalten. Baden-Württemberg zeichne sich durch seine besondere landschaftliche und auch ökologische Vielfalt aus. Gemäß den Paragraphen 20 und 21 des Bundesnaturschutzgesetzes hätten die Länder den Auftrag, einen Biotopverbund zu schaffen, der mindestens zehn Prozent der Landesfläche umfasst. Ziel sei, heimische Arten, Artengemeinschaften und ihre Lebensräume nachhaltig zu sichern sowie funktionsfähige, ökologische Wechselbeziehungen in der Landschaft zu bewahren, wiederherzustellen und zu entwickeln. Die Landesregierung habe sich im Koalitionsvertrag dazu bekannt, die Umsetzung des Biotopverbunds deutlich zu verbessern. Dies sei eine Voraussetzung dafür, dass das Artensterben nicht nur gestoppt, sondern auch eine Trendumkehr erreicht werden kann. Der Rückgang der biologischen Vielfalt müsse auch in Baden-Württemberg so schnell und so wirkungsvoll wie möglich gestoppt werden.

Der Ausschuss habe es begrüßt, dass die Landesregierung der Stärkung des landesweiten sowie länder- bzw. staatenübergreifenden Biotopverbunds eine erhebliche Bedeutung beimisst. Auf der Grundlage des für Baden-Württemberg erarbeiteten „Fachplans Landesweiter Biotopverbund“ als verbindlicher Planungsgrundlage könnten biotopverbundrelevante Flächen erhalten, entwickelt und gesichert werden. Er setze sich aus dem „Fachplan Landesweiter Biotopverbund für das Offenland“ und dem „Generalwildwegeplan“ für den Biotopverbund der terrestrisch an den Wald gebundenen Tierarten zusammen. „Der Fachplan hat eine hohe Qualität“, betonte Schuler. Dennoch gebe es bei der Umsetzung noch Luft nach oben. „Das Land hat hier jedoch nur begrenzte, unterstützende Möglichkeiten.“

Mit vier Modellprojekten in Kommunen, etwa in Albstadt und Singen, zur Umsetzung des landesweiten Biotopverbunds, die erfolgreich von der Landesanstalt für Umwelt umgesetzt würden, sowie mit den beiden Modellprojekten, die der BUND in Kooperation mit zwei weiteren Kommunen (Stockach und Nürtingen) umsetze, würden wertvolle Erkenntnisse für die landesweite Umsetzung generiert. „Die Modellprojekte haben positive Erkenntnisse gebracht“, führte der stellvertretende Vorsitzende aus. Die weitere konsequente Umsetzung des Fachplans im ganzen Land sei nach Abschluss der Modellprojekte das wesentliche Ziel, gab August Schuler die Ausführungen des Ministeriums wieder. Angestrebt werde dabei zunächst eine Priorisierung auf biotopverbundrelevante Flächen, auf denen mit vergleichsweise geringem Aufwand eine deutliche Verbesserung des Biotopverbunds erzielt werden könne, wie etwa in Landschaftsräumen mit hohen Defiziten an geeigneten Lebensräumen und Arten.

Der Biotopverbund werde von öffentlichen Planungsträgern, aber auch von Privatinitiativen, Vereinen oder Naturschutzverbänden umgesetzt. Konkrete Zahlen lägen nicht vor. Das liege unter anderem an der Heterogenität der Partner, die gegenüber dem Land keine Berichtspflicht hätten.

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