Verkehrsausschuss fordert mehr Pünktlichkeit und Anschlusssicherheit auf Regionalbahnen

Stuttgart – Der Verkehrsausschuss des Landtags von Baden-Württemberg hat gegenüber Vertretern der DB Regio noch mehr Anstrengungen verlangt, Pünktlichkeit und damit auch Anschlusssicherheit der Regionalzüge zu gewährleisten. Dies berichtete der Vorsitzende des Gremiums, Karl Rombach (CDU) nach der Sitzung am Mittwoch, 21. März 2018. Die DB Regio habe einen mit der Landesregierung vereinbarten Zehn-Punkte-Plan durch zahlreiche Nachsteuerungen nahezu abgearbeitet. „Für die Bahn-Nutzer hat Unzufriedenheit immer einen konkreten Grund, da helfen keine Statistiken“, so Rombach. „Der Ausschuss dankt der DB Regio aber für ihre Zusage, ihren Beitrag zu leisten, Verärgerungen zu minimieren.“

In der Sitzung legten David Weltzien und Martin Selig von DB Regio dar, dass zwar insgesamt die Pünktlichkeit auf allen Regionalstrecken in Baden-Württemberg zugenommen habe, man sogar bundesweiter „Spitzenreiter“ bei der Behebung von Störungen sei, es aber nach wie vor „Brennpunktstrecken“ gebe. Die Bahn werte bis zu 5,59 Minuten Verspätung als „pünktlich“ und komme derart bei Fils- und Frankenbahn auf 92 Prozent Pünktlichkeit, so Rombach. Der Regionalleiter habe aber eingeräumt, System und Infrastruktur kämen an ihre Grenzen, etwa durch eingleisige Streckenabschnitte, aber auch bei Personalausfällen durch die Grippewelle oder extreme Wetterereignisse. Ganz konkret habe Stuttgart durch die Reduzierung von 16 auf derzeit 13 Gleise bei gleichzeitigem Mehrverkehr ein „Knotenproblem“, auch defekte Türen – derzeit gebe es 60 Stück – führten zu Verspätungen, die die „Anschlusssicherheit“ gefährdeten. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) attestierte laut Rombach „allmähliche Verbesserung“ und maximale Transparenz in der Zusammenarbeit mit der Regional-Tochter der Deutschen Bahn. Viele Regionalbahnen liefen reibungslos, doch einzelne Strecken wie die Fils-, Remstal- oder Bodenseegürtelbahn bestimmten das negative Bild. Grund genug, die Anstrengungen auf den Problemstrecken zu erhöhen, so Vorsitzende Rombach und fügte für den parlamentarischen Fachausschuss hinzu: „Die Bitte ist der Wunsch des Vollzugs.“

Mit einer anderen Alternative zum Automobil befasste sich ein CDU-Antrag, der sich nach der Bedeutung des Busverkehrs für den Umwelt- und Klimaschutz in ländlichen wie städtischen Räumen erkundigte. Bis 2040 werde es einen Mix verschiedenster Antriebstechnologien geben, habe Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ausgeführt und dem Gremium eine geteilte Strategie der Landesregierung dargelegt: Während reine Elektrobusse bzw. hybridisierte Fahrzeuge vorwiegend im innerstädtischen Bereich Einsatz fänden, setze die Landesregierung im Überlandbereich schwerpunktmäßig auf gasbetriebene Busse (Ottomotor) und sehe große Potenziale in der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Allein wegen fehlender Wasserstofftankstellen und in Ermangelung marktreifer Wasserstoffbusse sei dies ein eher mittel- bis langfristiger Ausblick. Auch synthetische Kraftstoffe habe Minister Hermann als „Zukunftsbausteine“ eingestuft, die bislang ebenfalls keine technische und wirtschaftliche Marktreife erreicht hätten. Die nächste Generation umweltfreundlicher Busse werde mit Plug-In- und Hybrid-Technik ausgestattet sein. Baden-Württemberg verfüge aktuell über die „modernste Flotte der Republik“, habe Minister Hermann berichtet und dies auf die Förderpolitik der Regierung zurückgeführt. „Der Verkehrsausschuss begrüßte die Ehrlichkeit des Ministers in der Aussage, dass noch mehr als 20 Jahre lang ein Antriebsmix nötig sein wird“, so der Ausschussvorsitzende Rombach.

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