Landwirtschaftsausschuss: Wir sind das Land der kleinen Schlachtbetriebe

Stuttgart. Über die Situation und die Entwicklung von Schlachtbetrieben in Baden-Württemberg hat der Ausschuss für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in seiner Sitzung am Mittwoch, 21. März 2018, beraten. Insgesamt zeigte sich das Gremium mit der Situation im Südwesten zufrieden. „Zwar ging die Zahl der Betriebe in den vergangenen Jahren leicht zurück, dennoch verfügt Baden-Württemberg über eine vergleichsweise dichte, vielfältige und stabile Schlachtstruktur. Das bedeutet nicht nur kurze Transportwege für die Tiere, sondern fördert auch die Herstellung regionaler Lebensmittel“, sagte der Ausschussvorsitzende Martin Hahn (Grüne).

Nach Angaben Hahns gibt es im Südwesten derzeit 901 Schlachtbetriebe, die eine EU-Zulassung zur Schlachtung von Huftieren besitzen. 2011 waren es 1.061 Betriebe. 2018 wird von einem kleinen Anstieg ausgegangen. Der größte Teil sind Schlachtstätten von landwirtschaftlichen Direktvermarktern und Metzgereien. Hinzukommen noch Gemeindeschlachthäuser, die durch kleine Metzgereien und Landwirte genutzt werden und teilweise nur einen Tag pro Woche in Betrieb sind. Lediglich rund 50 der 901 Schlachtbetriebe sind große Schlacht- und Dienstleistungsbetriebe.

Die Nähe zwischen Schlachtung und Verarbeitung garantiert höchste Güte für die Verbraucher, so Martin Hahn.

Von Januar bis November 2017 wurden in Baden-Württemberg 475.159 Rinder (2016: 532.850), 4,3 Millionen Schweine (2016: 5 Millionen), 146.649 Lämmer (2016: 169.679), 12.880 Schafe (2015: 15.106), 5.235 Ziegen (2016: 5.235) und 476 Pferde (2016: 590) geschlachtet. Statistische Daten zum Anteil von Ökofleisch liegen nicht vor. Allerdings gibt die Zahl der meldepflichtigen Betriebe (mindestens 200 Schweine und/oder 75 Rinder pro Woche) einen Hinweis: Von diesen insgesamt 48 meldepflichtigen Betrieben verfügen 22 über eine Ökozulassung. „Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Bioprodukten kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Ökobetriebe weiter zunehmen wird“, so der Ausschussvorsitzende.

Kleinere Schlachtbetriebe, vor allem Metzgereien, sind gut über das Land verteilt. „Statistisch sind in jedem Landkreis 15 Metzgereien oder Landwirte für die Schlachtung von Schweinen oder Rindern zugelassen“, führte Hahn aus. Auf die kleinen Betriebe entfällt mit drei bis vier Prozent allerdings nur ein sehr kleiner Teil des gesamten Schlachtaufkommens in Baden-Württemberg. In den drei größten Schlachtbetrieben des Landes für Schweine werden rund 70 Prozent der Tiere geschlachtet. Die übrigen ca. 25 Prozent werden in mittleren Schlachthöfen verarbeitet.

Durch die hohe Zahl der Schlachtbetriebe und die flächendeckende Verteilung über das Land blieben den Tieren lange Transportwege erspart, was durch Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund der großen Nachfrage nach regionalen und ökologischen Produkten unterstützt werde, sagte Martin Hahn. Bei der Debatte sei jedoch auch auf die Gebühren für Schlachtbetriebe hingewiesen worden. Diese Gebühren müssten im Blick behalten werden, da zu hohe Kosten für kleinere Betriebe finanzielle Schwierigkeiten oder gar das Aus bedeuten könnten. Kleine und große Schlachtstätten dürften nicht über einen Kamm geschoren werden, da sie sich in ihrer Arbeitsweise sehr stark unterscheiden, so Martin Hahn.

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