Tötungsdelikt an 27-jähriger Joggerin: 40-jähriger Rumäne dringend tatverdächtig

Die französische Austauschschülerin Lucile Klobut in Tirol und die Joggerin Carolin Gruber im badischen Endingen fielen beide demselben rumänischen Sexualmörder zum Opfer. Im Endinger Mordfall an der 27-jährige Joggerin am 6. November 2016 in Endingen wurde am Freitagnachmittag, 2. Juni 2017, ein 40jähriger rumänischer Staatsangehöriger festgenommen und am Samstag (3. Juni) dem Haftrichter Unter dem dringenden Tatverdacht vorgeführt, der Haftbefehl erließ.

Der Mann steht auch im dringenden Verdacht, am 12. Januar 2014 in Kufstein/Tirol die 20-jährige Studentin getötet zu haben.

Wie bereits berichtet, waren die Ermittler der Soko „Erle“ und deren österreichische Kollegen des Landeskriminalamtes Tirol seit Mitte Januar 2017 aufgrund übereinstimmender Spurensituation davon ausgegangen, dass die beiden Gewaltverbrechen von ein und demselben Täter begangen wurden.

Von verschiedenen Tathypothesen ausgehend, war die Überlegung, dass es sich bei dem unbekannten Täter um einen Lkw-Fahrer handeln könnte, eine priorisierte Variante. Bei dem bei der Tat im österreichischen Kufstein benutzten Tatwerkzeug handelt es sich um ein spezielles Eisenrohr, das zu hydraulischen Hebetätigkeiten bei Lkw’s Verwendung findet.

Die Ermittler fanden heraus, dass dieses Werkzeug einem bestimmten Lkw-Fabrikat zuzuordnen ist, wodurch sich der Kreis der in Frage kommenden Fahrzeuge auch dadurch eingrenzen ließ, dass man auf österreichische Mautdaten zugreifen konnte. Dies führte letztlich dazu, dass auf Speditionsfirmen konkret zugegangen und mögliche Verbindungen von Fahrtrouten abgeklärt werden konnten. Dabei wurde festgestellt, dass im tatrelevanten Zeitraum solche Fahrten auch nach Kufstein führten.
Bei dem nun Festgenommen (Phantombild) handelt es sich um einen Fahrer, der im Januar 2014 eine derartige Route gefahren war. Bei der weiteren Überprüfung gelang der Nachweis, dass das Handy dieses Fahrers zur tatrelevanten Zeit im November 2016 in einer Funkzelle in Endingen eingeloggt war.

Inzwischen wurden die sowohl in Österreich als auch in Deutschland an den beiden Tatorten gesicherten Spuren, die zu einem direkten Vergleich mit einer bestimmten Person geeignet sind, mit der DNA des 40-jährigen Tatverdächtigen abgeglichen. Die Spuren zu beiden Fällen stimmen überein.

Zudem gibt es weitere übereinstimmende Merkmale, welche den dringenden Tatverdacht gegen den 40-jährigen Mann erhärten.

Die Tätigkeit der Ermittler, in Deutschland und in Österreich, geht dennoch weiter, da vor Abschluss aller Ermittlungen sämtliche angefallenen Spuren und Hinweise restlos abgearbeitet werden.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Freiburg und des Polizeipräsidiums Freiburg unter Mitwirkung der Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und des Landeskriminalamtes Tirol am Samstagnachmittag (3.6.2017) in der Stadthalle in Endingen stellten die Verantwortlichen den aktuellen Sachstand ausführlich dar.

Mit Ablauf des Monats Mai 2017 wurde die „Sonderkommission Erle“ organisatorisch in eine gleichnamige Ermittlungsgruppe (EG) umgewandelt, wodurch die Anzahl der Ermittler weiter reduziert wurde. Nach zuletzt 20 Mitarbeitern in der Sonderkommission setzt die „Ermittlungsgruppe Erle“ die Arbeit mit zehn Beamten fort, wobei sie jederzeit bei Bedarf personell aufgestockt werden kann.

Nachdem der vermutliche Täter die Beschuldigungen bestreitet, wird nun versucht, eine lückenlose Indizienkette aufzubauen.

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