Forschungsbericht zu klimarelevanten Emissionen bei der Behandlung von Bioabfällen

Eine vom Umweltministerium in Auftrag gegebene Studie hat die klimarelevanten Emissionen bei der Behandlung von Bioabfällen untersucht. Der Bericht zeigt, dass von Kompostierungs- und Vergärungsanlagen nur vernachlässigbar geringe Methanemissionen ausgehen. Befürchtungen, Bioabfallvergärungsanlagen würden sich aufgrund von diffusen Methanemissionen negativ auf das Klima auswirken, sind demnach unbegründet.

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat heute einen Bericht zur Klimarelevanz von Bioabfallbehandlungsanlagen veröffentlicht. Die Studie wurde vom Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart im Auftrag des Ministeriums erarbeitet. In dem zweijährigen Projekt erforschte das ISWA anhand eines neuartigen Messverfahrens bei Kompostierungs- und Vergärungsanlagen im Land im Realbetrieb, in welchem Umfang von dort klimarelevante Gase in die Umwelt gelangen. Umweltminister Franz Untersteller sagte zum Ergebnis des Berichts: „Der Bericht belegt, dass von Kompostierungs- und Vergärungsanlagen nur vernachlässigbar geringe Methanemissionen ausgehen.“

„Die klimarelevanten Emissionen der untersuchten Bioabfallbehandlungsanlagen liegen deutlich unter den Richtwerten des Weltklimarats. Sie entsprechen nur einem äußerst geringen Bruchteil der aus der Rinderhaltung stammenden Methanemissionen,“ sagte Umweltminister Franz Untersteller. Die teilweise seitens der Umweltverbände vorgetragenen Befürchtungen, Bioabfallvergärungsanlagen würden sich aufgrund von diffusen Methanemissionen negativ auf das Klima auswirken, seien demnach unbegründet, erklärte Untersteller weiter. „Wir können daher ruhigen Gewissens die effiziente Verwertung von Bioabfällen und den Bau neuer Vergärungsanlagen im Land weiter vorantreiben“, sagte der Minister. Dies leiste einen wichtigen Beitrag zum Schutz der natürlichen Ressourcen und des Klimas.

Ergänzende Information

Das Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart (ISWA) entwickelte in den letzten Jahren ein Verfahren zur Messung von Methanemissionen an Deponien. Diese Messmethode war zuletzt auf drei dem Stand der Technik entsprechenden Vergärungsanlagen und zwei Kompostierungsanlagen übertragen und weiterentwickelt worden. Mit der durchgeführten Methodik ist es erstmals gelungen, die Gesamtemissionen klimarelevanter Gase von Bioabfallbehandlungsanlagen vollständig zu erfassen und im Realbetrieb zu ermitteln. Das ISWA beteiligt sich mit den aus dem Forschungsprojekt gewonnenen Erkenntnissen an einer Studie der Europäischen Union, deren Ziel es ist, die unterschiedlichen nationalen Messmethoden zur Bestimmung von Methanemissionen aus Biogasanlagen zu harmonisieren. Die Ergebnisse dieser Studie sollen danach in einen Normprozess auf EU-Ebene einfließen.

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