Landwirtschaftsausschuss berät über Leistung von Milchkühen in Baden-Württemberg

Stuttgart. Über die Entwicklung der Milchleistung von Kühen in Baden-Württemberg hat der Ausschuss für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am Mittwoch, 23. November 2016, anlässlich eines Antrags der SPD-Fraktion beraten. Wie der Vorsitzende des Gremiums, der Grünen-Abgeordnete Martin Hahn, mitteilte, nahm die Milchleistung der Kühe im Südwesten in den vergangenen Jahren zu. Die SPD-Fraktion habe im Ausschuss beantragt, die Landesregierung aufzufordern, Milcherzeugern nicht nur beim Umstieg auf biologische Erzeugung zu helfen, sondern gezielt auch Anreize und Beratung anzubieten, um auf weniger intensive Formen der Milcherzeugung umzustellen. Die Regierungsfraktionen hätten dagegen erklärt, dass dies durch verschiedene Maßnahmen und Programme des Landes bereits geschehe, weshalb sie diesem Antrag nicht zustimmen könnten. Der Ausschuss habe diesen daher mehrheitlich abgelehnt.

Nach Angaben des Vorsitzenden hat die Landesregierung ausgeführt, dass sie bereits mit verschiedenen Maßnahmen die Extensivierung im Bereich der Milcherzeugung unterstütze. Dazu zähle etwa das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT), der Maßnahmen- und Entwicklungsplan Ländlicher Raum 2014 bis 2020 (MEPL II) und im Bereich der Beratung das Angebot „Beratung.Zukunft.Land“, sagte Hahn.

Hahn zufolge erfolgt die Erhebung der Milchleistung in Baden-Württemberg durch den Landesverband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht (LKV) im Rahmen einer Milchleistungsprüfung. Ende September 2015 hätten dem Verband 5.637 landwirtschaftliche Betriebe mit 296.039 Milchkühen angehört, was rund 86 Prozent der Milchkühe im Südwesten entspreche. Die im Jahr 2015 an der Prüfung teilnehmenden Tiere hätten im Schnitt eine Milchleistung von 7.558 Kilogramm erbracht. 21.641 der geprüften Kühe stammten aus Biobetrieben. Die jährliche Leistung der Biomilchkühe habe im Schnitt 6.023 Kilogramm pro Kuh betragen.

Seit 2001 sei die durchschnittliche jährliche Milchleistung der an der Prüfung teilnehmenden Kühe von 6.229 Kilogramm auf 7.558 Kilogramm pro Kuh gestiegen. Für Bio-Betriebe erfolge eine Auswertung der Milchmengen erst seit dem Jahr 2010. Seitdem habe sich die Menge der im Schnitt von einer Kuh gegebenen Biomilch von 5.953 auf 6.023 Kilogramm im Jahr erhöht, legte der Vorsitzende dar.

Bezüglich der Frage, ob mit höherer Milchleistung die Kosten für Tierarztbehandlungen und Medikamente steigen, habe das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz auf den Rinderreport Baden-Württemberg verwiesen. In diesem Report seien die Kosten für Kühe mit unterschiedlichen Milchleistungen – von 5.000 Kilogramm bis zu über 10.000 Kilogramm pro Kuh und Jahr – erfasst. Demnach lägen die Kosten im Schnitt zwischen einem und 1,4 Cent pro Kilogramm Milch. Hinzugefügt werde in dem Bericht, dass in den Kosten neben klassischen Tierarztbehandlungen und Medikamenten auch Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen und Trächtigkeitsuntersuchungen enthalten seien. Diese hätten in Betrieben mit höherer Leistung eine größere Bedeutung als in Betrieben mit geringerer Leistung, so Hahn.

Bedenklich habe den Ausschuss gestimmt, dass laut Milchleistungsprüfung Milchkühe im Prüfjahr 2015 bereits mit einem Durchschnittsalter von 5,6 Jahren aus der Milchleistungsprüfung ausgeschieden seien; im Ökolandbau hingegen habe das Durchschnittsalter bei 6,4 Jahren gelegen. „Diese Entwicklung muss genau beobachtet werden“, betonte Hahn.

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