Angesichts steigender Nachfrage der Verbraucher

Landwirtschaftsausschuss berät über biologischen Landbau in Baden-Württemberg.

Stuttgart. Der Ausschuss für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch, 26. Oktober 2016, mit dem Thema biologischer Landbau in Baden-Württemberg befasst. Dieser Bereich spiele insbesondere wegen der steigenden Nachfrage nach Bioprodukten eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft, sagte der Vorsitzende des Gremiums, der Grünen-Abgeordnete Martin Hahn. Die Landesregierung habe zugesichert, den Ökolandbau auch weiterhin zu fördern. Mehrheitlich abgelehnt wurde ein Antrag der SPD-Fraktion, wonach die Landesregierung aufgefordert werden sollte, den biologischen Landbau weiterhin so zu fördern und auszuweiten, dass er zumindest die wachsende heimische Nachfrage nach Bioprodukten decken kann.

Nach Angaben des Vorsitzenden sah die Ausschussmehrheit keine Notwendigkeit für den SPD-Antrag, sagte Hahn, denn die Landesregierung habe auf ihre im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Vorhaben verwiesen. Demnach sei ein gewinnbringendes Nebeneinander von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft das Ziel. Beide Formen würden zur Bewirtschaftung der Flächen und zum Erhalt der Kulturlandschaft in Baden-Württemberg gebraucht. Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Verbesserung der Einkommenssituation der Landwirte sei ein weiteres wichtiges Ziel. Generell sei es von Bedeutung, die Alleinstellungsmerkmale der Agrarprodukte aus Baden-Württemberg zu unterstreichen. Hier gebe es beim Ökolandbau noch Ausbaupotenzial. Die Landesregierung werde daher die Umstellung und die Beibehaltung des Ökolandbaus sowie die Verarbeitung und Vermarktung regionaler und ökologisch erzeugter Produkte weiter fördern, fasste Hahn die Ausführungen im Ausschuss zusammen.

Hahn zufolge hat sich die Zahl der Ökobetriebe in Baden-Württemberg von 2005 bis 2015 von 4.816 auf 7.131 erhöht. Die genutzte Ökofläche habe im gleichen Zeitraum von 86.609 Hektar auf 130.436 Hektar zugenommen. Ende 2015 hätten 8,3 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg ökologisch erzeugte Produkte hergestellt. Laut einer Studie des Thünen-Instituts habe der Anteil im Zeitraum 2003 bis 2010 in Baden-Württemberg bei jährlich 4,4 Prozent gelegen. Insgesamt hätten aber deutlich mehr Betriebe auf Ökolandbau umgestellt als umgekehrt, führte Hahn aus.

Die steigende Zahl an Ökobetrieben spiegelt sich dem Vorsitzenden zufolge auch in der zunehmenden Menge an Bioprodukten wieder. So sei etwa die Menge an ökologisch erzeugter Milch im Südwesten von 2012 bis 2015 von 4,8 auf 5,2 Prozent gestiegen. Für Ökoeier lägen nur bundesweite Zahlen vor. Demnach habe sich der Anteil von 2006 bis 2014 von 2,9 auf 8,9 Prozent erhöht. Auch bei der Fleischerzeugung sei ein zunehmendes Angebot zu verzeichnen. Während bei Rindfleisch der Ökoanteil jedoch von 2005 bis 2014 von 3,9 auf 3,3 Prozent zurückgegangen sei, sei der Anteil bei Schweinefleisch von 0,3 auf 0,4 Prozent und bei Geflügel von 0,6 auf 1,0 Prozent gestiegen. Auch beim ökologischen Gemüse- und Obstanbau sei eine Steigerung der Erntemengen zu erkennen. Beim Gemüseanbau bewegten sich die Ökoanteile deutschlandweit in den vergangenen Jahren zwischen 6,7 und 8,6 Prozent, beim Obstanbau zwischen 5,9 und 8,8 Prozent. Einen deutlichen Anstieg habe es beispielsweise beim ökologisch angebauten Wein gegeben, erklärte Hahn.

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