Weiterentwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung in Baden-Württemberg vorgestellt

logo-gesundheitSozialministerin Katrin Altpeter hat auf einer Veranstaltung in Esslingen Eckpunkte für die Weiterentwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung in Baden-Württemberg vorgestellt. Vorgesehen ist insbesondere der weitere landesweite Aufbau der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Dabei handelt es sich um speziell geschulte Teams, die es unheilbar kranken Menschen überall im Land ermöglichen, bis zu ihrem Tod im eigenen Zuhause bleiben zu können.

„Unheilbar bzw. sterbenskranke Menschen wollen so weit wie möglich schmerz- und beschwerdefrei im Kreise vertrauter und ihnen nahestehender Menschen sterben. Die dafür erforderlichen Strukturen will die Landesregierung weiter verbessern und bedarfsgerecht ausbauen“, so die Ministerin. Aktuell gibt es im Land 33 SAPV-Versorgungsregionen, über 80 Prozent der Bevölkerung können auf das Angebot zurückgreifen. Für den Landkreis Esslingen gibt es bereits seit 2010 einen entsprechenden Versorgungsvertrag.

Einrichtung von speziell geschulten Teams

Auch die Palliativversorgungsangebote für Kinder und Jugendliche sollen Altpeter zufolge ausgebaut werden. Ein Schwerpunkt soll auf der Einrichtung von spezialisierten pädiatrischen Palliativversorgungsangeboten (SAPPV) liegen. Die Aufgabe der SAPPV-Teams besteht in der Beratung und in der Koordination aller beteiligten häuslichen Dienste und Ärzte und/oder in der Teil- oder Vollversorgung des erkrankten Kindes und seiner Familie. Bei den Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin sollen zudem spezialisierte pädiatrische Palliativteams installiert werden.

„Kinder mit einer lebensverkürzenden Erkrankung und ihre Familien brauchen eine besonders intensive Betreuung“, so die Ministerin. „Denn ganz unabhängig von der unvorstellbaren seelischen Belastung für alle Betroffenen, leben viele Kinder anders als viele Erwachsene oft noch jahrelang, nachdem die Diagnose gestellt worden ist und durchleiden in dieser Zeit in der Regel mehrmals so schwere Krankheitssymptome, dass sie eine spezialisierte palliativmedizinische Versorgung benötigen.“

Neuer Internetauftritt soll über Versorgungsangebote informieren

Außerdem soll ein Online-Informations-Portal aufgebaut werden, das über die verschiedenen Versorgungsangebote im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung informiert. Ministerin Altpeter: „Zurzeit wird in der Öffentlichkeit viel über Sterbehilfe diskutiert. Gerade deshalb ist es wichtig, auf die Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung aufmerksam zu machen. Die Hospiz- und Palliativversorgung kann Leiden mildern und die verbleibende Zeit mit möglichst viel Lebensqualität füllen. Schwerkranke und sterbende Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen werden in dieser schwierigen Lebenssituation nicht allein gelassen“, so die Ministerin.

Die von der Ministerin vorgestellten Eckpunkte sind Teil der vom Landesbeirat Palliativversorgung im vergangenen Jahr im Auftrag der Ministerin erarbeiteten Hospiz- und Palliativ-Versorgungskonzeption für Baden-Württemberg. Daran mitgewirkt haben Vertreterinnen und Vertreter aller relevanten Akteure aus dem Bereich, zum Beispiel aus Krankenhäusern und ambulanten Pflegediensten, aus der Wissenschaft, den Krankenkassen, der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen sowie aus der Wohlfahrtspflege und der Selbsthilfe.

Hospiz- und Palliativversorgung im Land

In Baden-Württemberg erfolgt die ambulante Versorgung schwerstkranker und sterbender Patienten im ärztlichen Bereich hauptsächlich über niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Zudem besteht ein flächendeckendes Netz an qualifizierten Pflegediensten, zu deren Versorgungsangebot grundsätzlich auch die häusliche palliativpflegerische Versorgung gehört. Darüber hinaus gibt es zurzeit 252 ambulante Hospizdienste und 34 ambulante Kinder- und Jugendhospize, die flächendeckend über das ganze Land verteilt sind sowie vier Hospizwohnungen.

In den Krankenhäusern im Land stehen nach Angaben des Hospiz- und Palliativverbandes Baden-Württemberg aktuell circa 212 speziell eingerichtete Palliativbetten zur Verfügung. 26 stationäre Hospize mit 195 Betten ermöglichen Patientinnen und Patienten, bei denen eine Krankenhausbehandlung nicht erforderlich und eine ambulante Betreuung nicht möglich ist, flächendeckend im Land eine stationäre Palliativversorgung.

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