Das LKA warnt

Lebensgefährliche Drogen

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg warnt vor dem Konsum
neuer psychoaktiver Substanzen. Drei Todesfälle in den letzten drei
Monaten zeigen: Diese Drogen sind lebensgefährlich.

Zwei Todesfälle in den ersten beiden Monaten des
Jahres 2014 und ein Todesfall eines Minderjährigen Ende 2013 im
Zusammenhang mit den neuen psychoaktiven Substanzen (npS) lassen bei
der Abteilung OK und Rauschgiftkriminalität des Landeskriminalamtes
die Alarmglocken schrillen. Die Drogen werden in der Szene auch als
„Legal Highs“ oder „Research Chemicals“ bezeichnet.

Das jetzt vorliegende Gutachten der zuständigen Rechtsmedizin
bestätigt, dass der Tod des Jugendlichen Ende vergangenen Jahres mit
dem Konsum dieser Drogen zusammenhängt. Ferner hatte er neben einem
Antidepressivum auch noch Cannabis, synthetische Cannabinoide und ein
Amphetaminderivat konsumiert. Letzteres war aus toxikologischer Sicht
besonders gefährlich, da dies zu Herzrhythmusstörungen sowie zu einem
tödlich verlaufenden Anstieg der Körpertemperatur führte.

Anfang dieses Jahres verstarb ein 29-Jähriger nach dem Konsum
verschiedener Amphetaminderivate, sogenannter „Research Chemicals“.
Nach den polizeilichen Erkenntnissen konsumierte er über mehrere Tage
hinweg aufputschende Substanzen, die er über das Internet aus den
Niederlanden bezogen hatte. Der dritte Todesfall im Februar 2014
betraf ebenfalls einen 29-Jährigen, der gemeinsam mit Freunden eine
Kräutermischung rauchte, die synthetische Cannabinoide enthielt. In
seiner Wohnung wurde eine Vielzahl weiterer Kräutermischungen sowie
leere Tütchen von „Research-Chemicals“ aufgefunden, ein Hinweis
darauf, dass er noch weitere Produkte konsumierte.

Die neuen psychoaktiven Substanzen sind äußerlich harmlos
erscheinende Produkte. Sie enthalten jedoch meist Betäubungsmittel,
vorrangig synthetische Cannabinoide, Cathinon, Piperazin- und
Amphetaminderivate. Die Verpackungen sind meist bunt, professionell
und reißerisch aufgemacht und sollen vor allem Jugendliche zum Konsum
animieren.

Der Konsum dieser Substanzen wird in einschlägigen Internetforen
verherrlicht und die damit verbundenen Risiken heruntergespielt.

Tatsache ist jedoch, dass der Konsum dieser Substanzen zu
intensiven Wahnvorstellungen und damit verbundenen verheerenden
Folgen führen kann. Eine große Gefahr liegt in der Verharmlosung
möglicher Gesundheitsgefahren, die mit dem Konsum der
wissenschaftlich völlig unerforschten chemischen Wirkstoffe
einhergehen.

Insbesondere die leichte Verfügbarkeit über das Internet hat dafür
gesorgt, dass sich der Handel mit derartigen Substanzen in Europa zu
einem lukrativen Geschäft mit einem stetig wachsenden Absatzmarkt
entwickelt hat. In Deutschland sind zwischenzeitlich weit über 100
verschiedene Wirkstoffe im Umlauf. Einige dieser Substanzen standen
im Jahr 2013 in Baden-Württemberg zudem im Zusammenhang mit einer
Vielzahl von schweren, lebensgefährlichen Intoxikationen.

Aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung warnt das
Landeskriminalamt ausdrücklich vor dem Konsum von neuen psychoaktiven
Substanzen!

Informationen über Wirkungen, Risiken und Gefahren von neuen
psychoaktiven Substanzen vermittelt die vom Innenministerium
herausgegebene Broschüre „Risiko Drogen“. Diese Broschüre ist im
Internet unter http://www.polizei-bw.de eingestellt und kann kostenlos beim
Landeskriminalamt Baden-Württemberg, Zentralstelle Prävention,
angefordert werden (E-Mail: praevention@polizei.bwl.de ).

Informationen zu den neuen psychoaktiven Substanzen bietet auch
die Broschüre „Sehn-Sucht“ des Programms Polizeiliche
Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Zugang zu den Medien
dieses Programms finden Sie unter http://www.polizei-beratung.de .

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