Gemeinsam gegen Cybercrime – heute und morgen

Kooperationsveranstaltung des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen mit dem BITKOM und dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg am 5./6. Dezember 2013 in Düsseldorf

„Gemeinsam gegen Cybercrime – heute und morgen“ lautete das Thema
der zweitägigen Expertenveranstaltung der Sicherheitskooperation Cybercrime mit dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) und den Landeskriminalämtern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Gemeinsam diskutierten die Präsidenten der Kooperationspartner mit Führungskräften und Spezialisten aus Wirtschaft, Justiz, Forschung und der Polizei über aktuelle Problemstellungen bei der Bekämpfung von Cybercrime und tauschten sich über Bekämpfungsstrategien aus. Darüber hinaus erörtern Experten der Fachebenen technische und operative Details. An der Veranstaltung beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen nehmen 150 Spezialisten aus Sicherheitskreisen und Unternehmen der IT-Branche teil.

Der seit dem Jahr 2011 bestehenden Kooperation zwischen BITKOM und dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen ist im Rahmen der CeBIT 2013 auch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg beigetreten. Die Inhalte der Kooperation gehen weit über gegenseitige Unterstützungsmöglichkeiten im Ernstfall hinaus. Regelmäßige gegenseitige Hospitationen der Fachebenen von Polizei und Unternehmen dienen dem Erfahrungsaustausch und der Fortbildung aller Beteiligten.

Nicht zuletzt profitieren Bürger und Unternehmen von der Zusammenarbeit. Sie erhalten im Rahmen der Kooperation entwickelte Präventionsangebote und konkrete Hilfen für den Ernstfall. Außerdem verfügen alle Kooperationspartner über eine rund um die Uhr erreichbare Anlaufstelle, um sich und für Unternehmen im Notfall schnell und unkompliziert gegenseitig zu unterstützen.

Aus der bisherigen Zusammenarbeit sind zahlreiche Ansätze und praktische Ideen entstanden, die im Rahmen dieser Veranstaltung vorgestellt und diskutiert werden. In mehreren Panels greifen die Teilnehmer juristische und technische Probleme nicht nur auf, sondern stellen dazu konkrete Lösungsvorschläge vor.

Klar ist, dass zunehmende Professionalisierung und Internationalisierung der Cyberkriminalität und die daraus entstehenden Gefahren für Bürger und Märkte, Wirtschaftsunternehmen und Ermittlungsbehörden gleichermaßen vor Herausforderungen stellen. Deshalb sind Kooperationen wie die des Branchenverbands BITKOM mit Polizeidienststellen und die damit verbundene Vernetzung von Fachwissen notwendig, um Unternehmen und Bürger gleichermaßen auf hohem Niveau beraten und Hilfe leisten zu können.

Die Polizei des Landes Baden-Württemberg reagierte auf die rasante Entwicklung digitaler Kriminalität bereits vor nunmehr zwei Jahren mit der Einrichtung der Abteilung „Cybercrime/Digitale Spuren“ beim Landeskriminalamt. Seither ist dort die Fachkompetenz gebündelt, die mit Ermittlungen, Analysen, Internetrecherchen, Beweissicherung, der Auswertung von Massendaten sowie mit Hilfe von Telekommunikationsüberwachung gegen Cyberkriminelle vorgeht. Die Bekämpfung der digitalen Kriminalität erfordert Partner. „Mit dieser Kooperation zwischen zwei Landeskriminalämtern und dem großen IT-Branchenverband BITKOM sind wichtige Schritte zu einer effektiven Bekämpfung der Cyberkriminalität eingeleitet worden“, sagt LKA-Präsident Schneider. Gerade die Bekämpfung der Cyberkriminalität braucht Partner. Nur in Allianzen mit Partnern aus allen Bereichen der Gesellschaft kann die Polizei den wachsenden, höchst komplexen Anforderungen bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität begegnen.

Ein weiterer Baustein im Kampf gegen Straftaten im Netz ist die Einrichtung der zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC). Mit dieser Kompetenzstelle bietet das LKA insbesondere Wirtschaftsunternehmen rund um die Uhr Hilfe und Beratung an, wenn diese Opfer eines Netzangriffes wurden. „Auf Täterseite haben wir es in diesem Kriminalitätsbereich zunehmend mit professionellen, arbeitsteilig und international agierenden Gruppierungen und Organisationen zu tun. Um die Spuren dieser Kriminellen in der digitalen Welt aufnehmen und verfolgen zu können, müssen unsere Cyberspezialisten hochqualifiziert ausgebildet sein“, so Schneider. Um bei Cyberermittlungen noch besser aufgestellt zu sein, werden im kommenden Jahr in Baden-Württemberg 15 Informatiker die Sonderlaufbahn zum Cyberkriminalisten beginnen. Die IT-Experten erhalten durch eine polizeispezifische Zusatzausbildung den Status eines Polizeivollzugsbeamten und haben damit alle rechtlich notwendigen Befugnisse für die Ermittlungsarbeit.

Schneider weiter: „Auch die Einstellung von externen IT-Experten ist für uns zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor bei den Ermittlungen im Cyberspace geworden. Wir brauchen die fachliche Qualifikation von studierten Informatikern. Dafür bieten wir IT-Spezialisten attraktive Aufgabenfelder mit interessanten, spannenden Tätigkeiten an.“

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