Zentrale Ansprechstelle Cybercrime eingerichtet
Das LKA lässt Behörden und Unternehmen im Kampf gegen Cyberkriminalität nicht allein und hat deshalb die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime ins Leben gerufen. Experten wollen digitale Spuren zu den Tätern von IT-Angriffen aufnehmen.

Straftaten im Netz richten jährlich alleine in Deutschland einen Schaden in vielfacher Millionenhöhe an. Datenklau, Phishing oder auch digitale Erpressung gewinnen immer mehr an Bedeutung – dies spiegelt sich auch in der Polizeilichen Kriminalstatistik und in repräsentativen Umfragen sowie Analysereports von IT-Sicherheitsdienstleistern wieder.

Studien gehen von einem großen Dunkelfeld aus. Die meisten Straftaten werden der Polizei gar nicht bekannt, weil die betroffenen Opfer gar keine Anzeige erstatten. So verzichten Unternehmen aus Sorge vor einem Imageschaden oftmals auf eine Anzeige oder wissen gar nicht, an wen sie sich im Schadenfall wenden können. IT-Angriffe gegen Wirtschaftsunternehmen sind aber längst an der Tagesordnung.

Mit der ZAC hat das LKA jetzt eine Kompetenzstelle eingerichtet, die im Falle eines Angriffs auf Computer oder Netzwerke weiterhelfen kann. Wirtschaftsunternehmen und Behörden können sich im Falle eines Netzangriffs direkt an die ZAC wenden. Die ausgewiesenen Experten bieten ihre Hilfe an und sind mit den örtlichen Dienststellen eng vernetzt. Im Falle eines Angriffs werden die LKA-Experten sofort tätig oder vermitteln an Ansprechpartner bei den örtlichen Dienststellen.

„Für uns ist es ganz wichtig, dass wir Straftaten, Zusammenhänge und Serien erkennen können, um die digitalen Spuren zu den Tätern zu verfolgen. Wir appellieren an alle von Cyberangriffen Betroffenen, nicht zu resignieren sondern die Polizei zu informieren“, sagt LKA-Präsident Schneider.

Bereits Anfang 2012 hat das LKA die Abteilung „Cyberkriminalität/Digitale Spuren“ ins Leben gerufen, um dem Phänomen Cyberkriminalität entgegenzutreten. Seither ist dort die Fachkompetenz von über 80 Ermittlern, IT-Experten und Ingenieuren gebündelt, die mit Ermittlungen, Analysen, Internetrecherchen, Beweissicherung, der Auswertung von Massendaten sowie mit Hilfe von Telekommunikationsüberwachung gegen Cyberkriminelle vorgehen. Die Bekämpfung der digitalen Kriminalität erfordert Partner: So ist das LKA seit März 2013 Mitglied in der „Sicherheitskooperation Cybercrime“, eine Zusammenarbeit, die zwischen BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) und dem LKA Nordrhein-Westfalen initiiert wurde. Ferner gehört das LKA BW seit September der „Allianz für Cybersicherheit Deutschland“ an. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der BITKOM. Das LKA nimmt in dieser Allianz die Rolle eines Multiplikators ein. Unter Nutzung der zahlreichen Netzwerke des LKA werden nützliche Informationen zu entdeckten Schwachstellen, Sicherheitsvorfällen und erkannten Gefahren gesammelt, bewertet und zur Gefahrenabwehr und Vorbeugung an Wirtschaftsunternehmen und Sicherheitsbehörden weitergeleitet. „Einmal mehr dient das LKA damit auch Organisationen und Einrichtungen außerhalb der Polizei als Dienstleister für Prävention“, so Schneider.

Die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime ist unter der Hotline 0711/5401-2444 rund um die Uhr sowie per Mail unter cybercrime@polizei.bwl.de erreichbar.

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