Sichtbar sicher mit VESBA

Drei Jahre hat das Projektteam um den Leiter KOR Andreas Renner intensiv an einer verbesserten Folienbeklebung von Streifenfahrzeugen im Auftrag des Innenministeriums gearbeitet, um deren Erkennbarkeit und damit die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen sowie der Verkehrsteilnehmer zu steigern. Seit Juli 2013 sind nun die ersten 89 Streifenfahrzeuge mit Zusatzbeklebung auf den Autobahnen des Landes unterwegs.

Viele Projekte haben sich bundes- und landesweit bereits mit der „Verbesserten Erkennbarkeit von Streifenfahrzeugen auf Bundesautobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Straßen“ (VESBA) beschäftigt. Erstmals jedoch haben sich Polizeiexperten, Vertreter des Polizeitechnischen Instituts der Deutschen Hochschule der Polizei, der Universität Bremen, des Karlsruher Instituts für Technologie und Mitglieder des Hauptpersonalsrats der Polizei gemeinsam in einer beispielgebenden Kooperation mit dieser für die Sicherheit im täglichen Dienst so wichtigen Thematik befasst. Nach Vorarbeiten durch die Universität Bremen, einer Auswertung aller Unfälle auf Autobahnen im Land, Geschwindigkeitsniveautests im Realverkehr, einer Marktanalyse zu Fahrzeugfolien und eines mehrtägigen Praxistests durch das Karlsruher Institut für Technologie sind die erreichten Verbesserungen beeindruckend. Neben einer deutlich optimierten Sichtbarkeit bei Tageslicht konnte insbesondere auch bei Nacht wissenschaftlich belegt die Entfernung aus der ein Streifenfahrzeug erkannt wird deutlich gesteigert werden. Ohne eingeschaltetes Blaulicht stieg die Erkennbarkeitsentfernung um über ein Drittel oder rund 60 Meter, mit eingeschaltetem Blaulicht sogar um über die Hälfte oder rund 80 Meter. Lagen die kürzesten Entfernungen aus der die Streifenfahrzeuge erkannt wurden mit der bisherigen Beklebung bei rund 35 und 25 Metern, war im Vergleich die neue Beklebung mit 152 (ohne Blaulicht) und 126 Metern (mit Blaulicht) auch hier deutlich überlegen. Diese wertvollen Meter verschaffen dem Verkehrsteilnehmer Zeit, um früher reagieren und somit eine Gefahrensituation oder gar einen Unfall verhindern zu können.

Die Ergebnisse der Projektgruppe gelten grundsätzlich für alle Streifenfahrzeuge der Polizei. Dennoch sind diese mit Blick auf die hohen Geschwindigkeiten und dem enormen Verkehrsaufkommen im besonderen Maße für die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen auf Autobahnen relevant. Vor diesem Hintergrund wurden die Projektergebnisse durch das Innenministerium umgehend aufgegriffen und bereits wenige Monate nach Projektende die ersten modifiziert beklebten Streifenfahrzeuge ausgeliefert. Derzeit laufen die konzeptionellen Vorarbeiten zur Beklebung der bereits vorhandenen Streifenfahrzeuge der Autobahnpolizeireviere.

Für alle anderen Streifenfahrzeuge bleibt es zunächst bei der bisherigen Standardbeklebung, zumindest bis die Erfahrungen mit den neuen Zusatzfolien ausgewertet sind.

Auch bundesweit sind die Projektergebnisse auf reges Interesse gestoßen. Erste Länder haben bereits signalisiert, die verbesserte Folienbeklebung für ihre Streifenfahrzeuge übernehmen zu wollen. Die neue Beklebung hat das Potential, das Erscheinungsbild der Streifenfahrzeuge bundes- und landesweit in der Zukunft zu prägen.

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