Ägypten: Christen sind Leidtragende

Brief der koptischen Kirche in Baden-Württemberg an Bundeskanzlerin Merkel

Dr. Angela Merkel

Willy-Brandt-Straße 1

10557 Berlin

Stuttgart, 19. August 2013

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,

Die Welt schaut gebannt nach Kairo und Ägypten, alles hält den Atem an und fragt, wie wird es weitergehen, was passiert als Nächstes. Säkulare und das Militär stehen Islamisten, Salafisten und Muslimbrüdern – wie es scheint – in Feindschaft gegenüber. Die Christen in Ägypten sind wie immer die Leidtragenden einer unheilvollen Entwicklung. Innerhalb von drei Tagen wurden seit Mittwoch, dem 14. August, vierundachtzig christliche Kirchen, Gemeinde- und Waisenhäuser zerstört und niedergebrannt, zahlreiche Läden, Geschäfte und Häuser von Christen in Oberägypten geplündert und zerstört. Selbst altkoptische Klöster waren Angriffen ausgesetzt. Mehrere Polizeiposten wurden überfallen und Polizisten ermordet. Auf Metrostationen in Kairo wurden Brandanschläge verübt, Bahnlinien wurden gesprengt, sogar eine Blutbank und öffentliche Gebäude in Brand gesetzt. Im Anschluss daran liefen die Angreifer mit al-Qaida-Fahnen durch die Straßen Kairos und anderer großer Städte Ägyptens. Anstatt dieses brutale Vorgehen von Islamisten und Muslimbrüdern als das zu bezeichnen, was es ist, nämlich Terroranschläge gegen das ägyptische Volk, entsteht durch die Medien und politische Reaktionen der Eindruck, Islamisten und Muslimbrüder seien Opfer des ägyptischen Militärs.

Die Bilder und Namen der 24 Soldaten, die heute von muslimischen Terroristen in Rafah erschossen wurden.

Wir, in Deutschland lebende Kopten, sind zutiefst enttäuscht über die Haltung der deutschen Politik gegenüber der sich in Ägypten anbahnenden Katastrophe. Bitte unterstützen Sie den Willen der Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung, die mittlerweile realisiert hat, dass die Muslimbrüder meilenweit davon entfernt sind, demokratische Strukturen zu schaffen, in denen alle Bevölkerungsgruppen gleichberechtigt sind. Das ägyptische Militär ist auf der Seite des Volkes, steht jedoch schwer bewaffneten aggressiven Gruppierungen der Muslimbrüder gegenüber, gegen die es sich und die Bevölkerung schützt. Auch europäische Länder haben bereits erfahren müssen, wie aggressiv Islamisten sein können. Bitte unterstützen Sie durch Ihr aktives politisches Handeln das ägyptische Volk in seiner Entscheidung, keinen islamischen Staat zu wollen, sondern eine Staatsform, in der alle Bürger gleichberechtigt sind!

Mit vorzüglicher Hochachtung

St. Georg Koptisch-Orthodoxe Kirche Baden-Württemberg e.V.

Pfarramt Pfarrer: Johannes Ghali . St. Georg Koptisch-Orthodoxe
Kirche Baden-Württemberg e.V.

Arminstr. 12 70178 Stuttgart

Tel. +49 (0) 711 604252

Fax. +49 (0) 711 6019120

E-Mail:paterjohannes@t-online.de

http://www.kopten-bw.de

Brief der koptischen Kirche in Baden-Württemberg an Bundeskanzlerin Merkel

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