Gall bei Europol

Innenminister Reinhold Gall und LKA-Präsident Dieter Schneider zum Erfahrungsaustausch bei Europol in Den Haag – Minister Gall: “Der Austausch von Experten auf internationaler Ebene ist einer der Bausteine für eine erfolgreiche Bekämpfung der Cyberkriminalität.“

Die zunehmende globale digitale Vernetzung stellt gerade Sicherheitsbehörden bei der Kriminalitätsbekämpfung und Abwehr von Gefahren vor enorme Herausforderungen. Damit die Sicherheit im Internet gewährleistet ist und keine rechtsfreien Räume entstehen, bedarf es grenzübergreifender Strategien. Jüngst führte ein spektakulärer Fall vor Augen, wie der Bankraub des 21.Jahrhunderts funktioniert: Innerhalb weniger Stunden hatten acht Internetbetrüger einer New Yorker Zelle rund 45 Millionen Dollar illegal an Bankautomaten abgehoben – ganz ohne Waffe und Sprengstoff. Beim Landeskriminalamt werden aktuell mehrere Großverfahren gegen international agierende kriminelle Betreiber sogenannter Botnetze bearbeitet, über die Schadsoftware hunderttausendfach an Internetnutzer verbreitet wird.

Der heutige Besuch von Baden Württembergs Innenminister Reinhold Gall und LKA-Präsident Dieter Schneider bei Europol ist ein klares Signal dafür, die europäische Zusammenarbeit bei dieser existenziellen und sicherheitspolitischen Frage des 21. Jahrhunderts zu vertiefen. „Eine intensive Vernetzung der europäischen Sicherheitsbehörden ist ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Bekämpfung der Cyberkriminalität. Cybersicherheits-Strategien müssen örtlich, regional und über Landesgrenzen hinaus entwickelt und abgestimmt werden“, sagte Gall am Dienstag, 25. Juni 2013, in Den Haag.

Ferner müsse die konkrete praktische internationale Zusammenarbeit zwischen den Polizeien schneller, direkter und damit effizienter weiterentwickelt werden, um im Cyberraum mit seinen rasanten Entwicklungen bestehen zu können. Europol leiste bei der Zusammenführung und Analyse der Erkenntnisse und Koordination von Ermittlungen wertvolle Unterstützung. Um die Kooperation weiter zu vertiefen, ist eine Hospitation von LKA-Experten beim neu eingerichteten European Cybercrime Center (EC3) bei Europol geplant. Bereits jetzt sind Kriminalbeamte aus Baden Württemberg bei Europol tätig.

„In Baden-Württemberg haben wir auf die besonderen Herausforderungen bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität reagiert“, sagte LKA-Präsident Schneider. Durch den Aufbau der Fachabteilung „Cyberkriminalität / Digitale Spuren“ im Landeskriminalamt habe Baden-Württemberg den Weg einer weiteren Professionalisierung eingeschlagen und einen künftigen Schwerpunkt der Kriminalitätsbekämpfung markiert. Unterstützt werde das LKA durch die flächendeckende Einrichtung von speziellen Kriminalinspektionen „Cyberkriminalität / Digitale Beweismittel“ bei allen zwölf regionalen Polizeipräsidien, die im Zuge der Polizeistrukturreform eingerichtet werden.

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