Baden-Württemberg Stiftung: Neue Beschlüsse

Bildungskampagne zum „Wahlalter 16 Jahre“ und Programm zur Aufarbeitung der Geschichte der Landesministerien zur Zeit des Nationalsozialismus. Edith Sitzmann: „Baden-Württemberg Stiftung beschließt drei Projekte, die Vergangenheit aufarbeiten, Demokratie stärken und Chancen schaffen.“

Der Aufsichtsrat der Baden-Württemberg Stiftung hat in seiner heutigen Sitzung neue Projekte beschlossen, darunter eine Bildungskampagne zur Herabstufung des Wahlalters auf 16 Jahre sowie ein Forschungsprogramm zur Aufarbeitung der Geschichte der Landesministerien in der Zeit des Nationalsozialismus. Das Projekt „Chance“, das Kindern inhaftierter Eltern eine Unterstützung zukommen lässt, wird verlängert.

Stuttgart, 21. Juni 2013. Der Aufsichtsrat der Baden-Württemberg Stiftung hat heute unter Vorsitz von Edith Sitzmann MdL zwei neue Projekte auf den Weg gebracht und der Verlängerung eines erfolgreichen Programms zugestimmt.

Bildungskampagne „Wahlalter 16 Jahre“

Die kürzlich erfolgte Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre soll zu den Kommunalwahlen im Jahr 2014 durch eine Informationskampagne der Baden-Württemberg Stiftung beworben werden. Jugendliche sollen durch die Bildungsmaßnahme für mehr Bürgerbeteiligung und politische Partizipation gewonnen werden. „Weichenstellungen, die heute in der Politik getroffen werden, wirken sich auf das Leben junger Menschen am längsten aus. Daher ist es wichtig, dass sie sich frühzeitig am demokratischen Prozess beteiligen – dabei wollen wir sie unterstützen. Wenn Jugendliche sich einbringen, wird Politik nicht nur für sie, sondern mit ihnen gemacht“, so Edith Sitzmann. Das Projekt wird in das bestehende Programm zur Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft eingebettet, bei dem sich die Stiftung für eine bessere Qualifikation zur Beteiligung, insbesondere von Jugendlichen, einsetzt. Für die neue Bildungskampagne wurden Mittel in Höhe von 250.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Die Rolle der Landesministerien zur NS-Zeit

Erstmals wird sich die Stiftung an der Aufarbeitung der Rolle baden-württembergischer Ministerien in der Zeit des Nationalsozialismus beteiligen. Das Forschungsvorhaben wird unter der Federführung des Wissenschaftsministeriums durchgeführt. Eine wissenschaftliche Kommission wird zunächst eine Konzeption zum Forschungsdesign erstellen, die die Aufarbeitung der Rolle, der Handlungen und Verfahrensweisen der Landesministerien in der Zeit des Nationalsozialismus berücksichtigt. Gleichzeitig sollen die ideologischen, personellen und inhaltlichen Verstrickungen der Ministerien aufgearbeitet werden. Die Dokumentation soll der weiteren Stärkung einer geschichtsbewussten demokratischen Zivilgesellschaft in Baden-Württemberg dienen. Für erste Vorarbeiten hat der Aufsichtsrat der Stiftung heute 100.000 Euro bewilligt.

Hilfe für Kinder inhaftierter Eltern

Kinder inhaftierter Eltern sind oft vielfältigen Risikofaktoren ausgesetzt und werden durch die Inhaftierung eines Elternteils zusätzlich stark belastet. Sie weisen ein erhöhtes Risiko auf, an einer psychischen Störung zu erkranken oder selbst straffällig zu werden. Die Baden-Württemberg Stiftung hat diesen Kindern im Programm „Chance“ seit 2010 eine systematische Hilfe zukommen lassen und damit bundesweit ein Modellprojekt geschaffen. Aufgrund des hohen Betreuungsbedarfs – Schätzungen des Universitätsklinikums Ulm könnten bis zu 10.000 Kinder in Baden-Württemberg jährlich von der Inhaftierung eines Elternteils betroffen sein – hat der Aufsichtsrat die Verlängerung des Projekts beschlossen und dafür 200.000 Euro bewilligt.

„Die heute beschlossenen neuen Projekte reihen sich gut in die strategische Ausrichtung der Baden-Württemberg Stiftung ein und tragen zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe bei. Ich freue mich, dass der Aufsichtsrat unsere Arbeit bestätigt und danke ihm für das entgegengebrachte Vertrauen“, sagte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

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