Landesregierung ignoriert Beratungskompetenz des Handwerks

logo-handwerk„Wenn künftig auch Nichtwohngebäude in den Geltungsbereich des Gesetzes einbezogen werden, dann wird der Bedarf an qualifizierter Beratung mit Blick auf den ohnehin schon existierenden riesigen Sanierungsstau noch größer werden“, prophezeite Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle in einer ersten Bewertung der heute von der Landesregierung vorgestellten Eckpunkte der Novelle des Erneuerbare Wärmegesetzes (EWärmeG). Dass die Landesregierung nun ausgerechnet die Beratungskompetenz des Handwerks ignoriere und dessen gut ausgebildete Berater ausschließe, sei kurzsichtig und nicht nachvollziehbar.

Seit Anfang 2010 muss in Baden-Württemberg jeder Hausbesitzer in dem Moment, in dem er seine Heizung austauscht, ein Zehntel des jährlichen Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien decken. Diese Vorgabe soll jetzt auf 15 Prozent erhöht werden und auch für Nichtwohngebäude gelten. Prinzipiell hält Möhrle dies für einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Teil der Gesetzesnovelle ist die „Beratungsoffensive Sanierungsfahrplan“. Dass aus den Vorgaben des Gesetzes ein enormer Beratungsbedarf resultiere, lasse sich leicht an fünf Fingern abzählen. „Deshalb muss jeder qualifizierte Energieberater, also gerade die Gebäudeenergieberater im Handwerk, berechtigt sein, solche Beratung anzubieten und die Sanierungsfahrpläne zu erstellen“, forderte Möhrle. Die Landesregierung aber ignoriere die ausgezeichnete Beraterstruktur in Baden-Württemberg. Kein anderes Bundesland verfüge über so viele Handwerker, die die Fortbildung zum Gebäudeenergieberater absolviert hätten. Im Übrigen sei diese Fortbildung so gut, dass sie auch von Architekten besucht werde. Alleine in den letzten fünf Jahren seien rund 2.000 neue Berater hinzugekommen. Weil das Umweltministerium Bundesgelder abgreifen wolle, zwinge es dem Land die Regeln des Bundes auf und boote damit zahlreiche hervorragend qualifizierte Berater aus. Möhrle: „Dieses Potenzial zu verschenken, zeugt von Realitätsverlust.“

Insgesamt zeigte sich Möhrle jedoch zufrieden mit der Gesetzesnovelle: „Die Eckpunkte entsprechen im wesentlichen unseren Forderungen.“

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