Eine Erfolgsgeschichte

Das Gemeinsame Zentrum der deutsch-französischen Polizei und Zollzusammenarbeit in Kehl – eine Erfolgsgeschichte

Seit über 13 Jahren arbeiten Vertreter der deutschen und französischen Polizei- und Zollbehörden erfolgreich im GZ zusammen. So haben die rund 60 Mitarbeiter des GZ im vergangenen Jahr die Polizei auf beiden Seiten des An einem Nachmittag Mitte August teilt das Polizeipräsidium Mannheim dem Gemeinsamen Zentrum der deutsch-französischen Polizei und Zollzusammenarbeit in Kehl (GZ) mit, dass ein unterschlagenes Mietfahrzeug im Wert von 35.000 Euro zurzeit in Straßburg/Frankreich unterwegs ist. Das GZ übermittelt die GPS-Standortdaten des Fahrzeuges sofort auf den eingespielten Kanälen an die Police Nationale in Straßburg. Diese macht den PKW ausfindig und nimmt zweieinhalb Stunden später den tatverdächtigen Anmieter, einen in Deutschland bekannten Serienbetrüger, fest

An einem Nachmittag Mitte August teilt das Polizeipräsidium Mannheim dem Gemeinsamen Zentrum der deutsch-französischen Polizei und Zollzusammenarbeit in Kehl (GZ) mit, dass ein unterschlagenes Mietfahrzeug im Wert von 35.000 Euro zurzeit in Straßburg/Frankreich unterwegs ist. Das GZ übermittelt die GPS-Standortdaten des Fahrzeuges sofort auf den eingespielten Kanälen an die Police Nationale in Straßburg. Diese macht den PKW ausfindig und nimmt zweieinhalb Stunden später den tatverdächtigen Anmieter, einen in Deutschland bekannten Serienbetrüger, fest.

Fälle wie dieser belegen eindrucksvoll, dass das GZ mit seinen eingespielten und schnellen Informationskanälen aus der grenzüberschreitenden polizeilichen Zusammenarbeit nicht mehr wegzudenken ist. Seit über 13 Jahren arbeiten Vertreter der deutschen und französischen Polizei- und Zollbehörden erfolgreich im GZ zusammen. So haben die rund 60 Mitarbeiter des GZ im vergangenen Jahr die Polizei auf beiden Seiten des Rheins bei rund 16.500 polizeilichen Sachverhalten unterstützt. Dabei ging es vor allem um Diebstahls- oder Rauschgiftkriminalität, in vielen hundert Fällen aber auch um Raubstraftaten, Schleusungen, Kfz-Verschiebungen oder Tankbetrügereien. Auch bei zahlreichen Vermisstenfällen war die Unterstützung des GZ gefragt.

Im Einsatzgeschehen, zum Beispiel bei grenzüberschreitenden Observationen, leistet das GZ den Polizeidienststellen ebenso willkommene Dienste. Im letzten Jahr hat das GZ 92 Anträge auf grenzüberschreitende Observationen bearbeitet, 41 von Deutschland nach Frankreich und 51 von Frankreich nach Deutschland. Dies ist der höchste Stand seit dem Bestehen der deutsch-französischen Polizei- und Zollkooperation.

Das Lagezentrum des GZ ist sieben Tage die Woche rund um die Uhr erreichbar und hat sich zu einer elementaren Schaltzentrale zwischen den deutschen und französischen Sicherheitsbehörden entwickelt.

Polizei und Zoll beiderseits des Rheins haben mit diesem Gemeinsamen Zentrum die richtige Antwort parat für die grenzüberschreitende Kriminalität. Das GZ unterstützt die Dienststellen von Polizei und Zoll auf deutscher und französischer Seite schnell, direkt und unbürokratisch. Die Beschäftigten im GZ sprechen selbstverständlich deutsch und französisch, so dass es auch keine Sprachbarriere gibt, die eine praxisorientierte Zusammenarbeit erschweren könnte. Wenn Tag für Tag im Durchschnitt fast 50 grenzüberschreitende Sachverhalte – von der einfachen Erkenntnisanfrage bis hin zu komplexen Ermittlungen – im GZ bearbeitet werden, zeigt dies den riesigen Bedarf. Polizei und Zoll im GZ setzen dem grenzüberschreitend aktiven Straftäter eine funktionierende Sicherheitskooperation entgegen. Hemmende „Schlagbäume“ einer praxisorientierten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wurden dabei längst beiseite geräumt.

Das Gemeinsame Zentrum der deutsch-französischen Polizei- und Zollzusammenarbeit war europaweit das erste Gemeinsame Zentrum verschiedener Nationen. Es wurde am 10. Mai 1999 in Offenburg gegründet und ist 2002 nach Kehl am Rhein umgezogen. Auf deutscher Seite sind die Bundespolizei, die Bundeszollverwaltung und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg vertreten. Von französischer Seite gehören die Police Nationale (Grenz-, Schutz- und Kriminalpolizei), Douanes (Zoll) und die Gendarmerie Nationale dem GZ an.

Die Zahl der beim GZ Kehl bearbeiteten Verfahren bewegt sich aktuell auf einem neuen Höchststand und wird zum Jahresende voraussichtlich mehr als 17.000 grenzüberschreitende Sachverhalte zählen.

Auszug aus der Gesamtübersicht der häufigsten Anlässe:

Anlass: 2011 2010
Delikte im Straßenverkehr 2.452 2.244
Diebstähle 2.206 2.300
Fälle im Zusammenhang mit Ausländer- und Asylrecht 2.054 2.079
Straftaten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln 1.303 1.162
Betrugsdelikte 960 1015
Urkundendelikte 685 646
Illegale Einreise/illegaler Aufenthalt 511 435
Steuerstraftaten 493 547
Tankbetrug 327 304
KFZ-Verschiebungen 324 343
Vermisste Personen 276 249
Abschleppmaßnahmen 271 266
Schleusungen 270 161
Mobile Tageswohnungseinbrecher 268 306
Raubdelikte 206 229
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