Bekämpfung des Rauschgifthandels

45. Tagung der internationalen „Arbeitsgruppe Südwest zur Bekämpfung des Rauschgifthandels“ in Dornbirn in Vorarlberg / Österreich

Der Drogenmarkt bringt immer wieder neue und gefährliche Substanzen hervor.  Mit der Entwicklung neuer psychoaktiv wirksamer Substanzen hat sich auch die Arbeitsgruppe Südwest zur Bekämpfung des internationalen Rauschgifthandels und –schmuggels auf ihrer 45. Tagung am 10. und 11. Mai 2011 in Dornbirn in Vorarlberg auseinandergesetzt. Darüber hinaus stand die Darstellung des Drogenschmuggels durch westafrikanische Netzwerke auf der Tagesordnung.

Research Chemicals (RC’s), auch als Forschungs-Chemikalien bekannt, zählen wie Kräutermischungen zu den so genannten „Legal Highs“ und werden über das Internet, meist unter dem entsprechenden Chemikaliennamen, als „legale“ Alternative zu Betäubungsmitteln wie Amphetamin, Kokain oder Ecstasy angeboten und vertrieben. Die Wirkstoffe werden als Beimengungen in Tabletten oder Kapseln, aber auch in Badesalzen oder in Pflanzendünger in Umlauf gebracht und entfalten bei der Einnahme eine psychotrope Wirkung.

Von der Aufmachung und Verpackung erwecken die Produkte den Eindruck, als seien sie harmlos. In Wirklichkeit handelt es sich bei den Wirkstoffen jedoch um Betäubungsmittel oder Designer Drogen, die unter das Arzneimittelgesetz fallen und deren Nebenwirkungen nicht einschätzbar sind. Da die Zusammensetzung der Wirkstoffe solcher Produkte immer wieder verändert wird, wissen die Konsumenten nicht, welchen Wirkstoff sie in welcher Konzentration aufnehmen. Das Risiko gesundheitlicher Risiken oder gar von Lebensgefahr ist dementsprechend hoch. In mehreren Fällen kam es nach dem Konsum von Legal-High-Produkten zu lebensgefährlichen Vergiftungen mit Wahnvorstellungen, Psychosen oder Nieren- oder Kreislaufversagen.

Die grenzüberschreitende Rauschgiftkriminalität praxisorientiert und auf Basis eines gemeinsamen Rauschgiftlagebildes für den erweiterten Bodenseeraum weiter zu verbessern, ist seit vielen Jahren das Ziel der AG Südwest. Ein wirksames Instrument zur Bekämpfung des internationalen Rauschgiftschmuggels sind etwa die auf Initiative der AG Südwest jährlichen international abgestimmten Kontrollen des Personen- und Güterverkehrs durch die zuständigen Zoll- und Polizeibehörden. So ist es gelungen, im Jahr 2010 wieder größere Mengen Betäubungsmittel sicherzustellen.

In der Arbeitsgruppe, unter Vorsitz des Ständigen Vertreters des Präsidenten des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, Jörg Krauss, sind Experten der Rauschgiftbekämpfungsbehörden aus dem Fürstentum Liechtenstein, Frankreich, Österreich, der Schweiz, den USA und der Bundesrepublik Deutschland vertreten. Die Konferenz findet jährlich in einem anderen Mitgliedsland statt.

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